Lexikon
Zugbrücke
Die Zugbrücke ist eine Brücke über einen Graben, die sich hochziehen oder hochklappen lässt, um den Zugang zur Burg zu sperren. Die Zugbrücke stand am Torweg und bildete die erste bewegliche Sperre vor dem Tor.

Eine Zugbrücke überspannt einen Graben vor dem Burgtor und ließ sich bei Gefahr anheben. Damit unterbrach sie den Zugang, bevor Angreifer das Tor erreichten. Im Alltag querten Händler und Gäste die Brücke im abgesenkten Zustand. Heute liegt bei historischen Burgen meist eine feste Brücke über dem Graben.
Wodurch unterscheidet sich die Zugbrücke vom Torturm?
Die Zugbrücke ist ein bewegliches Bauteil über dem Graben, der Torturm dagegen ein fester Baukörper, der den Durchgang sichert. Beide gehören zum Torweg, übernehmen aber unterschiedliche Aufgaben.
Die Zugbrücke sperrt den Übergang über den Graben, der Torturm kontrolliert den Zugang durch die Mauer. Wer den Torturm passieren wollte, musste bei einem vorgelagerten Graben zuvor die Zugbrücke überqueren.
Für die Einordnung im Gelände zählt die Spur der Widerlager am Ufer des Grabens. Der Torturm bleibt dagegen als Gebäude sichtbar, auch wenn die Brücke selbst verschwunden ist.
Welches Beispiel zeigt die Zugbrücke?
Burg Eltz im Elztal wird 1157 erstmals urkundlich mit dem Namen Eltz belegt. Zwischen 1331 und 1336 wurde die Anlage belagert, erobert wurde sie dabei nicht (Wikipedia Burg Eltz, Stand 21.10.2026).
Solche Belagerungen zeigen, warum der Zugang zur Burg der sensibelste Punkt der Verteidigung war. Dort setzten Verteidiger Tore, Brücken und Fallgitter ein, um Angreifer aufzuhalten.
Burg Eltz ist seit über 800 Jahren in Familienbesitz, 2018 übernahm die 34. Generation die Verantwortung. Diese Kontinuität zeigt, dass Verteidigungsbauten über Jahrhunderte gepflegt und angepasst wurden.
Welche Begriffe gehören zur Zugbrücke?
- Torweg: Der Torweg ist der Durchgang durch das Tor, an dem die Zugbrücke ansetzte.
- Fallgitter: Das Fallgitter schloss den Torweg von oben ab, wenn Gefahr drohte.
- Winde: Die Winde ist die Hebevorrichtung, mit der die Zugbrücke angehoben wurde.
- Widerlager: Das Widerlager ist der feste Mauerkörper am Ufer, auf dem die Brücke ruhte.
- Gegengewicht: Das Gegengewicht erleichterte das Anheben der Zugbrücke über den Graben.
- Burggraben: Der Burggraben ist die Vertiefung vor der Mauer, die die Zugbrücke überspannte.
Fragen zur Zugbrücke
Wie funktionierte eine Zugbrücke?
Eine Zugbrücke wurde über eine Winde oder ein Seilzugsystem angehoben, oft unterstützt durch Gegengewichte. Im geöffneten Zustand lag sie über dem Graben, im geschlossenen Zustand sperrte sie den Torweg ab.
Hatte jede Burg eine Zugbrücke?
Nicht jede Burg verfügte über eine Zugbrücke, denn sie setzte einen Graben voraus, der den Zugang trennte. Burgen auf Höhen oder Felsen nutzten oft andere Zugänge, etwa einen Felsweg oder eine Rampe. Die Entscheidung für eine Zugbrücke hing damit vom Gelände ab, nicht allein vom Rang der Burg.
Zugänge über historische Gräben und Brücken sind oft schmal und haben Stufen. Achten Sie auf Absperrungen und Hinweisschilder und prüfen Sie die Zugänge vorab auf der Seite der Betreiber. Diese Angaben dienen der allgemeinen Information.
Den Aufbau des Zugangs erklärt der Ratgeber Mittelalterliche Burg: Aufbau und Bauteile von Bergfried bis Zwinger. Der Pillar Burgen und Festungen: Typen, Aufbau und bekannte Beispiele ordnet die Bauteile ein. Eng verwandt ist der Torturm.
Häufige Fragen
Wie funktionierte eine Zugbrücke?
Eine Zugbrücke wurde über eine Winde oder ein Seilzugsystem angehoben, oft unterstützt durch Gegengewichte. Im geöffneten Zustand lag sie über dem Graben, im geschlossenen Zustand sperrte sie den Torweg ab.
Hatte jede Burg eine Zugbrücke?
Nicht jede Burg verfügte über eine Zugbrücke, denn sie setzte einen Graben voraus, der den Zugang trennte. Burgen auf Höhen oder Felsen nutzten oft andere Zugänge, etwa einen Felsweg oder eine Rampe. Die Entscheidung für eine Zugbrücke hing damit vom Gelände ab, nicht allein vom Rang der Burg.
Angaben zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen, Führungen und Anreise bitte immer bei der offiziellen Betreiberseite prüfen. Stammdaten stammen aus Wikidata und anderen offenen Quellen, Stand siehe Seite.