Lexikon
Burggraben
Der Burggraben ist eine Vertiefung, die eine Burg außen umgibt, meist vor der Ringmauer liegt und den direkten Zugang zur Mauer erschwert. Der Burggraben konnte trocken oder mit Wasser gefüllt sein, je nach Gelände und Wasserzufuhr.

Der Burggraben umgibt die Burg außen und trennt die Mauer vom umliegenden Gelände. Er konnte trocken oder mit Wasser gefüllt sein. Angreifer mussten den Graben überwinden, bevor sie die Mauer erreichten. Im Gelände zeigt sich der Burggraben heute als Geländemulde oder Wasserfläche.
Wodurch unterscheidet sich der Burggraben von der Höhenburg?
Der Burggraben ist ein Bauteil der Befestigung, die Höhenburg dagegen ein Burgtyp nach Lage. Eine Höhenburg liegt auf einem Gipfel, Sporn oder Hang, der Burggraben kommt bei jeder Lage vor.
Bei Höhenburgen sicherte oft ein quer zum Bergrücken verlaufender Graben den Zugang. Dieser Graben heißt Halsgraben und trennte die Burg vom angrenzenden Gelände.
Wer die Typen unterscheidet, achtet auf die Geländelage. Liegt die Burg auf einem Berg, trennt der Graben sie vom Hinterland, liegt sie im Tal, umgibt der Graben die Mauern vollständig.
Welches Beispiel zeigt den Burggraben?
Im Datenbestand von Arcane Travelar sind 55 Burgen mit dem Typ Niederungsburg erfasst. Niederungsburgen liegen in Wasser-, Ufer- oder Inselburgen, bei denen Wasser den Zugang schützt (Wikidata, CC0, Stand 21.10.2026).
Im selben Bestand stehen 280 Wasserburgen und 75 Höhenburgen. Der Vergleich zeigt, dass Gräben in den Lagen unterschiedlich ausgeprägt sind, weil Wasser in der Niederung als natürlicher Schutz dient.
Die Lagetypen stammen aus der Einordnung nach Wikipedia, die Höhenburgen von Gipfel-, Sporn- und Hangburgen unterscheidet (Wikipedia Burg, Stand 21.10.2026). Der Graben erscheint bei der einen Lage als Halsgraben am Hang, bei der anderen als Wasserfläche rund um die Mauer.
Welche Begriffe gehören zum Burggraben?
- Halsgraben: Der Halsgraben ist ein quer zum Bergrücken angelegter Graben, der eine Höhenburg vom Hinterland trennte.
- Zugbrücke: Die Zugbrücke führte über den Burggraben zum Tor und ließ sich bei Gefahr anheben.
- Böschung: Die Böschung ist die geneigte Wand des Grabens, die den Zugang für Angreifer erschwerte.
- Wallgraben: Der Wallgraben verbindet einen Erdwall mit einem vorgelagerten Graben als doppelte Sperre.
- Ringmauer: Die Ringmauer stand auf der Innenseite des Grabens und bildete die eigentliche Sperre.
- Wasserburg: Die Wasserburg ist eine Burg, deren Graben dauerhaft mit Wasser gefüllt war.
Fragen zum Burggraben
War jeder Burggraben mit Wasser gefüllt?
Ein Burggraben konnte trocken oder mit Wasser gefüllt sein, je nach Gelände und Wasserzufuhr. Wassergefüllte Gräben setzten eine Quelle oder einen Zufluss voraus, Trockengräben dagegen nicht. Bei Wassergräben sind Ufer und Zulauf im Gelände oft noch als Senke erkennbar.
Woran erkennen Sie einen Burggraben im Gelände?
Einen Burggraben erkennen Sie an einer länglichen Geländemulde, an Böschungen oder an einer Wasserfläche vor der Mauer. Bei Ruinen zeigt der Graben die frühere Ausdehnung der Anlage.
Burggräben liegen oft auf privatem oder schwer zugänglichem Gelände. Beachten Sie Wege, Absperrungen und Sicherheitshinweise bei Ihrem Besuch. Die Angaben dienen der allgemeinen Information.
Einen Überblick nach Landschaften bietet Burgen in Deutschland: Überblick nach Landschaften. Der Pillar Burgen und Festungen: Typen, Aufbau und bekannte Beispiele erklärt die Bauteile im Zusammenhang. Verwandt ist die Zugbrücke.
Häufige Fragen
War jeder Burggraben mit Wasser gefüllt?
Ein Burggraben konnte trocken oder mit Wasser gefüllt sein, je nach Gelände und Wasserzufuhr. Wassergefüllte Gräben setzten eine Quelle oder einen Zufluss voraus, Trockengräben dagegen nicht. Bei Wassergräben sind Ufer und Zulauf im Gelände oft noch als Senke erkennbar.
Woran erkennen Sie einen Burggraben im Gelände?
Einen Burggraben erkennen Sie an einer länglichen Geländemulde, an Böschungen oder an einer Wasserfläche vor der Mauer. Bei Ruinen zeigt der Graben die frühere Ausdehnung der Anlage.
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