Lexikon
Kultstätte
Die Kultstätte ist ein Ort, an dem Menschen rituelle, religiöse oder kultische Handlungen vollzogen, oft ohne schriftliche Überlieferung und mit wechselnder Deutung. Die Kultstätte lässt sich häufig nur über Funde, Anlage und Lage des Ortes deuten.

Kultstätten sind oft nur über Funde und Bauform zu deuten. Die Kreisgrabenanlage Goseck zeigt Ausrichtungen auf Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende. Die Deutung der Externsteine als germanische Kultstätte ist archäologisch nicht belegt. Belege und Deutungen sind daher zu trennen.
Wodurch unterscheidet sich die Kultstätte von der Burgkapelle?
Die Burgkapelle ist ein christlicher Andachtsraum mit schriftlich überlieferter Liturgie. Die Kultstätte dagegen ist ein Ort vorgeschichtlicher oder frühgeschichtlicher Handlungen. Die Burgkapelle lässt sich über Bauherren und Quellen datieren, die Kultstätte oft nur über Befunde.
Bei der Kultstätte bestimmen Funde, Anordnung und Ausrichtung die Deutung. Die Burgkapelle lässt sich dagegen mit Bauplan, Altar und Ausstattung einordnen.
Eine Kultstätte ist häufig eine Anlage aus Erde oder Stein ohne Dach. Eine Burgkapelle ist dagegen ein Raum mit Mauern und Dach.
Wichtig bleibt die Trennung zwischen Befund und Deutung. Ein Ort kann rituell genutzt worden sein, ohne dass die spätere Deutung dies belegt.
Welches Beispiel zeigt die Kultstätte?
Die Kreisgrabenanlage Goseck ist ca. 6.900 Jahre alt und entstand um 4900 v. Chr. Ihr Graben hat einen Durchmesser von etwa 71 Metern (Wikipedia Kreisgrabenanlage Goseck, Stand 21.10.2026).
Die Tore der Anlage peilen nach Wikipedia Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende an. Funde wie Rinderschädel und bearbeitete Menschenknochen deuten auf Rituale hin, die Deutung bleibt eine Forschungsfrage (Wikipedia Kreisgrabenanlage Goseck, Stand 21.10.2026).
Die Rekonstruktion wurde am 21. Dezember 2005 eröffnet. Das Etikett „ältestes Sonnenobservatorium der Welt“ bezeichnet die Quelle als unsachlich.
Die Externsteine im Kreis Lippe zeigen einen Gegenpol: Die Idee einer germanischen Kultstätte geht auf 1564 zurück, ist aber archäologisch nicht belegt (Wikipedia Externsteine, Stand 21.10.2026).
Welche Begriffe gehören zur Kultstätte?
- Kreisgrabenanlage: Die Kreisgrabenanlage ist eine Anlage aus einem kreisförmigen Graben mit Toren, wie in Goseck.
- Opferplatz: Der Opferplatz ist ein Ort, an dem rituelle Gaben niedergelegt wurden.
- Menhir: Der Menhir ist ein aufrecht stehender Stein der Vorzeit, der oft als Zeichen oder Markierung diente.
- Steinkreis: Der Steinkreis ist eine Anordnung aufrechter Steine in einem Kreis, die als Kultplatz gedeutet wird.
- Hügelgrab: Das Hügelgrab ist eine aufgeschüttete Grabstätte, die zu Kultplätzen gehören kann.
- Externsteine: Die Externsteine sind ein Felsen im Kreis Lippe, der seit 1926 als Naturdenkmal geschützt ist.
Fragen zur Kultstätte
Woran erkennt man eine Kultstätte?
Eine Kultstätte erkennen Sie an Anlagen mit auffälliger Ausrichtung, Gräben, Steinsetzungen oder Funden mit rituellem Bezug. Die Deutung braucht jedoch Forschung und lässt sich nicht allein aus Form oder Lage ableiten.
Sind Kultstätten Orte mit besonderer Kraft?
Solche Zuschreibungen sind ohne gesicherten Beleg. Astronomische oder esoterische Deutungen haben bei den Externsteinen keine belegte Grundlage, ein Besuch lohnt sich vor allem für Anlage und Landschaft.
Kultstätten liegen oft in Naturschutzgebieten, und Felsen oder Gräben sind nicht überall gesichert. Halten Sie sich an Wege und Schutzregeln und prüfen Sie Zugänge vorab bei der Betreiberseite. Die Angaben dienen der allgemeinen Information.
Kultstätten und heilige Orte in Deutschland beschreibt Kultstätten und heilige Orte in Deutschland: Steinkreise, Hügelgräber, Opferplätze. Der Pillar Ruinen und Kultstätten: Burgruinen, Klosterruinen und Kultplätze ordnet den Begriff ein. Verwandt ist das Hügelgrab.
Häufige Fragen
Woran erkennt man eine Kultstätte?
Eine Kultstätte erkennen Sie an Anlagen mit auffälliger Ausrichtung, Gräben, Steinsetzungen oder Funden mit rituellem Bezug. Die Deutung braucht jedoch Forschung und lässt sich nicht allein aus Form oder Lage ableiten.
Sind Kultstätten Orte mit besonderer Kraft?
Solche Zuschreibungen sind ohne gesicherten Beleg. Astronomische oder esoterische Deutungen haben bei den Externsteinen keine belegte Grundlage, ein Besuch lohnt sich vor allem für Anlage und Landschaft.
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